IP Kamera

Halten Sie die Augen offen

Sie beobachten täglich Einbrüche, Spionage und Überfälle: IP-Kameras sind die technischen Augen eines jeden modernen digitalen Sicherheitssystems. Bei diesen Geräten handelt es sich um Kameras, die die von ihnen aufgenommenen Videodaten in digitaler Form über ein Computer-Netzwerk an die verarbeitenden Endgeräte verschicken. Dabei besitzt jede ans Netzwerk angeschlossene IP Kamera ihre eigene Netzwerkadresse (die sogenannte IP-Adresse). Die Bilddaten können somit anhand der IP-Adressen sauber voneinander getrennt und auf mannigfaltige Weise weiterarbeitet werden. Somit bilden IP-Kameras eine wichtige Grundlage für die Sicherheitstechnik des 21. Jahrhunderts. Dabei ist unter anderem die Auswahl der richtigen Überwachungskamera für den jeweiligen Anwendungszweck entscheidend. Nur so können Sie sicher sein, das Geschehen in den für Sie relevanten Räumlichkeiten stets im Blick zu behalten. Beachten Sie auch unseren Netzwerkkamera Test.




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Digitaler Datenstrom vs. analoge Signalverarbeitung

Schematische Darstellung der Nutzung einer IP Kamera

Schematische Darstellung der Nutzung einer IP Kamera © Dmitry@fotolia.com

Im Gegensatz zu mit analoger Datenübertragung arbeitenden Kameras wird hierbei darüber hinaus die Bereitstellung eines hochqualitativen Videosignals auch über die in der Sicherheitstechnik nicht ungewöhnlichen Kabellängen im zweistelligen Meterbereich gewährleistet. Viele IP-Kameras lassen sich außerdem noch über dieses Ethernet-Kabel mit Strom versorgen, man spricht dabei dann von Power-over-Ethernet, was einen zusätzlichen Verkabelungsaufwand für den Stromanschluss unnötigt macht. Dabei sollte man allerdings abwägen: Schließlich lässt sich mit einer modernen WLAN Kamera – hinreichend leistungsfähige kabellose Netzwerktechnik vorausgesetzt – das Verlegen von Netzwerkkabeln häufig sogar vollständig vermeiden. Diese Kameras benötigten dann aber natürlich eine zusätzliche Stromversorgung. Gerade auch im Privatbereich dürften solche Kameras daher für kleinere Überwachungsaufgaben interessant sein. Dabei sind solche kabellos ans Netzwerk angebundenen Kameras mittlerweile mit beinahe allen weiteren weiter unten vorgestellten Features wie Infrarot-Detektor oder mit Schwenkfunktion erhältlich. Aber ob die Daten über Funk oder Kabel ihren Weg zu den verarbeitenden Endgeräten finden: Darüber hinaus lassen sich alle von den verschiedenen Kameras bereitsgestellten digitalen Videostreams zentral auf einem modernen Festplatten-Recorder aufzeichnen. Ein NAS als Datenspeicher sorgt dabei für die nötige Redundanz bei der Aufzeichnung des Videosignals, um Datenverluste etwa durch Ausfälle von Datenträgern so weit wie möglich zu vermeiden. Damit Sie auch unterwegs den Stream Ihrer IP Kamera schauen zu können sollten Sie vorher berechnen ob Ihr Internetanschluss leistungsfähig genug ist die geplante Auflösung der Überwachungskamera zu übertragen. Eine kleine Hilfestellung hierzu finden Sie hier.

Dabei wird die Umwandelung des Videosignals in einen digitalen Datenstrom üblicherweise
von der Kamera selbst durchgeführt. Bei vielen Modellen stehen hier verschiedene moderne Videoformate wie etwa H.264, MPEG und M.JPEG zur Verfügung, die oft auch auf einer externen SD- oder microSD-Speicherkarte abgespeichert werden können. Dies ist auch aufgrund der begrenzten Speicherkapazität dieser Karten von wenigen Gigabyte natürlich aber keine Lösung, mit der langfristig große Videodatenmengen gehandhabt werden können. Für umfangreiche Überwachungsaufgaben im professionellen Bereich bietet sich deshalb die bereits erwähnte Speicherung auf möglichst ausfallsicheren NAS-Servern an.

Verschiedene Gerätetypen für verschiedene Anwendungszwecke




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Ebenso wie bei den herkömmlichen analogen Kameras im Bereich des Sicherheitstechnik wird die IP Kamera in verschiedenen Ausführungen angeboten, die den jeweiligen Einsatzzwecken entsprechen, für den diese Geräte besonders geeignet sind. Bei der Auflösung der Kameras (üblicherweise in Megapixeln angegeben) sollte man sich dabei auch fragen, ob eine hohe Auflösung wirklich benötigt wird, da diese natürlich auch mit entsprechend großen Video Datenmengen einhergeht, wenn sie voll ausgereizt wird. Für viele kleinere Überwachungsaufgaben, für die es nicht so sehr auf die genauen Details der Umgebung ankommt, können unter Umständen auch weniger hochauflösende Kameras hinreichend sein. Wer allerdings die heutzutage üblich gewordene hohe Bildqualität nicht missen möchte oder diese für die sinnvolle alltägliche Arbeit mit der Kamera benötigt, sollte sich ruhig für ein solches hochauflösendes Gerät entscheiden. Schließlich lässt sich die Videoqualität bei Bedarf in den Einstellungen üblicherweise noch an die eigenen Bedürfnisse anpassen – allerdings von der Maximalauflösung des Geräts ausgehend nur nach unten. Hier kommen Sie zum IP Kamera Test.

Kastenkameras: Klassisch und eindrucksvoll

Bei den klassischen Kastenkameras handelt es sich um Überwachungslösungen, bei denen die Kamera in einem kastenförmigen Gehäuse untergebracht ist und üblicherweise gut sichtbar (oder bei Bedarf hinter einem halbdurchlässigen Spiegel) im zu überwachenden Bereich angebracht wird. Auf diese Weise wird von dieser Art der IP Kamera häufig durch ihre Präsenz deutlich darauf hingewiesen, dass der Bereich überwacht wird und damit eine zusätzliche abschreckende Wirkung erzielt.

Dome-Kameras: Unauffällig und professionell

Diese Kameras werden üblicherweise im Deckenbereich montiert und liefern so einen guten Überblick über den zu überwachenden Bereich aus einer erhöhten Beobachtungsperspektive. Besonders charakteristisch für die Dome Kamera ist dabei das Kuppelgehäuse, an dem dieser Kameratyp vom Sicherheitsspezialisten meist schnell zu erkennen ist. Dome Kameras sind sowohl für den Außen- als auch für den Innenbereich erhältlich. Wenn zusätzlich ein Verstellen und Justieren der Kameraperspektive über einen eingebauten Motor möglich ist, so spricht man üblicherweise von einer Speed-Dome Kamera. Die Steuerung erfolgt hier meist manuell, allerdings sind bei entsprechender Fachkenntnis sicherlich auch automatische Lösungen denkbar. Dies ist gerade bei Anwendungen interessant, bei denen ein Bereich überwacht werden soll, der über das Sichtfeld der Dome Kamera hinausgeht. Ein typisches Anwendungsbeispiel ist ein größerer Verkaufsbereich, wie man ihn häufig im Einzelhandel antrifft.

Nachtsicht und Vandalismus

Je nach Anwendungszweck können darüber hinaus weitere Features interessant sein: So sollte eine Kamera, die zur nächtlichen Überwachung eines Geländes oder des Außenbereichs eines Gebäudes eingesetzt wird, über die nötige Fähigkeit zum „Sehen im Dunkeln“ verfügen, um auch in diesem Bereich brauchbare Aufnahmen und somit auswertbares Videomaterial zu liefern. Dies wird üblicherweise über einen Infrarot-Sensor erreicht, der statt des für Menschen sichtbaren Lichts infrarotes Licht aufnimmt. Dies kann zum Beispiel auch dann relevant werden, wenn der oder die Einbrecher vor oder nach dem Eindringen in ein Gebäude die Beleuchtung deaktivieren. Kameras mit Infrarot-Funktion bieten hier die Möglichkeit, auch in solchen Fällen einen Überblick über das Geschehen zu behalten und somit in der gebotenen Eile die notwendigen Gegenmaßnahmen durchführen zu können. Häufig ist bei sogenannten Hybrid Kameras der Infrarot-Sensor neben einem für normales Tageslicht zuständigen Sensor integriert. Besonders relevant für Anwendungen im Außenbereich ist dabei ein weiteres Feature: Der Vandalismusschutz als Gegenmaßnahme gegen mutwillige Zerstörung von Kameras kann in vielen Fällen unnötige Kosten durch das ständige Ersetzen von Überwachungskameras und den damit verbundenen Aufwand drastisch reduzieren. Obwohl der Täter natürlich theoretisch zeitnah zur Rechenschaft gezogen und den Schaden ausgleichen sollte, ist dies praktisch nicht immer möglich oder praktikabel. Daher sollte dieser Fall im Rahmen einer professionellen Lösung am besten so weit wie möglich vermieden werden.

Versteckte Kameras: Sehen, ohne gesehen zu werden

Gerade bei Anwendungen, bei denen eine sichtbare Kamera aus diversen Gründen nicht wünschenswert oder praktikabel ist, bietet es sich oftmals an, eine versteckte Kamera zu installieren. Auf diese Weise kann das natürliche Geschehen beobachtet werden, ohne dass die sichtbare Kamera einen Einfluss auf dieses hat. Übliche Modelle praktizieren dabei etwa die Tarnung als Rauchmelder oder als ein anderes harmlos erscheinendes, fest installiertes kleines Gerät. Auf diese Weise fällt die Kamera im alltäglichen Betrieb üblicherweise nicht weiter auf und wird auch nicht als störend wahrgenommen. Der Datenanschluss erfolgt dabei, wie bei den IP-Kameras üblich, über ein Netzwerkkabel. Somit funktionieren sie intern trotz ihres unscheinbaren Äußeren wie eine ganz gewöhnliche IP Kamera. Die von diesen Kameras verschickten Videodaten können somit wie üblich weiterverarbeitet werden.
Hierbei sollte man aber ein paar rechtlichen Grundlagen zur Verwendung einer IP Kamera beachten.

Welche IP Kamera überzeugt wirklich?

Gerade in einem so sensiblen Sektor wie der Sicherheitstechnik ist es wichtig, stets mit qualitativ hochwertigem Equipment zu arbeiten. Aber die Herstellerangaben sind natürlich wie immer erst einmal mit Vorsicht zu genießen. Auch wenn die auf der Verpackung abgedruckten Daten nicht falsch sein müssen, bleibt doch meist unklar, unter welchen Bedingungen diese erhalten wurden und wie praxisrelevant unter Umständen utopisch erscheinende Angaben über die Leistungsfähigkeit des beworbenen Produkts somit sind. Testberichte können dabei eine wichtige Hilfe dabei sein, um sich für die für den angedachten Zweck am besten geeignete IP Kamera zu entscheiden. Wenn eine langfristige Überwachung eines größeren Gebäudes geplant ist kann so etwa das Preis- Leistungsverhältnis der verschiedenen getesteten Kameras besonders relevant sein. Aber auch Bildqualität und Ausfallsicherheit sind wichtige Kriterien, die moderne digitale Kameras im Bereich der Sicherheitstechnik zweifelsohne erfüllen müssen. In der Sicherheitsbranche ist leistungsstarke und zuverlässige Hardware ein Muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie eine sicherheitstechnische Lösung für Ihre Privatimmobilie suchen oder aber eine solche für einen anspruchsvollen Kundenkreis zusammenstellen. Daher werden in den verschiedenen Testberichten dieser Seite die Stärken und Schwächen diverser auf dem Markt erhältlichen Kameras genauer unter die Lupe genommen und analysiert. Auf diese Weise lässt sich sicher eine Kamera finden, die auch Ihren persönlichen oder professionellen Ansprüchen an eine moderne Überwachungskamera genügt.